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Sarah K. schrieb am 07.01.2016 - 00:20 Uhr

Ich konnte nichts selber entscheiden. Ich wurde bestraft. Mein Selbstwertgefühl war am Boden und der Umgang dort hat dies nur bestätigt. Ich war nichts mehr wert.
Abgefertigt wie Massenware. Aufnahmegespräch, Taschenkontrolle, Matratze auf den Flur geschmissen, Bettwäsche dazu und Tschüss.. Die Türen wurden abgeschlossen. Alles was mir noch irgendetwas bedeutet hat, wurde mir genommen. Ich lag da, auf dem Flur, auf meiner kleinen, durchgelegenen Matratze, direkt gegenüber von den Toiletten und neben dem Schwesternzimmer. Ich sollte schlafen. Ich fragte den Pfleger nach einem Glas Milch, er guckte mich verständnislos an, schloss dann aber die Küche auf, in der die gefährlichen Brotmesser, Gläser und Putzmittel aufbewahrt wurden, und reichte mir schließlich einen Plastebecher mit Milch. Ohne ein Wort zu verlieren ging er wieder ins Schwesternzimmer und lachte köstlich mit seinen beiden Kolleginnen. Der Becher Milch war das erfreulichste an dem ganzen Tag. Leider fiel es mir schwer mich an diesem positiven Ereignis zu motivieren. Der Becher war leer und ich konnte mich wieder voll auf die Situation konzentrieren. Ich hätte alles getan damit mein Kopf endlich Ruhe gibt. Die Schwestern bzw. der Pfleger wuselten die ganze Zeit auf dem Flur umher.. Als wäre es völlig normal, dass da jemand liegt und krampfhaft versucht zu schlafen. Und obwohl ich das Gefühl hatte nicht wahrgenommen zu werden klapperte es plötzlich hinter mir. Ich drehte mich um und sah eine der Schwestern die mir einen Becher, diesmal gefüllt mit Wasser, und ein kleines Gefäß mit einer Tablette vor die Nase hielt. Nun konnte ich das Klappern auch zuordnen.. Sie meinte, mit vorwurfsvollem Klang, dass ich die Tablette nehmen soll um endlich mal zu schlafen. Sie verlor kein Ton darüber was es denn für eine Tablette sei, geschweige denn der Frage ob ich sie nehmen möchte. Ich war Minderjährig, also hatte ich kein Mitspracherecht und meine Mutter war 800 Kilometer von mir entfernt. Ich nahm die Tablette und konnte förmlich mit ansehen wie sämtliche Synapsen lahmgelegt wurden. Ich fühlte mich als hätte man mir Liquid ins Glas gemischt. Nicht mehr Herr meines Körpers schlief ich schließlich irgendwann ein. Und ich schlief. Und ich schlief lange. Als ich irgendwann in einem Zwischenstadium zwischen schlafend und wachend angekommen bin wusste ich weder wo ich war, noch welchen Tag geschweige denn welche Tageszeit wir hatten. Ich lag auf meiner Matratze. Menschen liefen um mich herum. Türen gingen auf und zu. Ich hörte Stimmen konnte sie jedoch nicht zuordnen. Der Flur war sehr eng also stieß ständig irgendetwas gegen die Matratze was mir jedes Mal vorkam wie ein Erdbeben - wobei ich sagen muss, dass ich noch nie eines erlebt habe.
Zwischenzeitlich wurde es wieder ruhiger um mich herum. Meine Wahrnehmung war immer noch alles andere als klar. Ich weis nicht ob ich nochmal geschlafen habe. Ich weis nur, dass es auf einmal wieder laut wurde. Diesmal konnte ich mehr erkennen. Ich sah woher die Stimmen kamen. Da waren Menschen, einige waren Erwachsen, andere in meinem Alter. Ein großer Mann lief an mir vorbei. Er hatte einen weißen Kittel an. Dann war ich wieder weg. Ich weis nicht ob ich in der ganzen Zeit etwas geträumt habe. Irgendwie fühlte sich alles an wie ein Traum. Und dann, nach einer gefühlten Ewigkeit des Rausches, nahm ich etwas ganz deutlich wahr. Ich wurde angesprochen. Eine warme, männliche Stimme hat vorsichtig meinen Namen gesagt. Ich habe eine Weile gebraucht aber dann konnte ich zuordnen woher die Stimme kam. Ich öffnete die Augen und drehte mich um. Da war er, der Mann im weißen Kittel. Scheinbar sah ich noch etwas benebelt aus. Er reichte mir ein Glas (!!) Wasser und half mir aufzustehen. Wir gingen den Flur entlang, an einem offenem Raum vorbei in dem fünf oder sechs junge Leute saßen die in etwa in meinem Alter waren. Einige guckten mich an. Sie saßen an einem großen Tisch und da waren viele Fenster. Mehr konnte ich im Vorbeigehen nicht erkennen. Der Mann schloss eine Tür auf. Wir traten in ein Zimmer ein. Ein heller Raum in dem ein großer Schreibtisch, ein kleinerer Tisch mit drei Stühlen und ein par Pflanzen standen. Der Mann zeigte auf einen Stuhl, sodass ich mich hinsetzte. Er kramte am Schreibtisch rum und setzte sich dann auf einen anderen Stuhl, mir schräg gegenüber. Zu erst stellte er sich vor. Er war der Oberarzt und leitete die Station auf der ich gefangen war. Er war ganz anders als die Schwestern und der Pfleger. Ich fühlte mich nicht mehr ganz so verurteilt. Er sagte mir in ruhigem Ton weshalb ich auf der Station sei und wie es jetzt weitergehen würde. Ich habe seine Worte zwar verstanden, jedoch angekommen sind sie nicht. Das Gespräch war beendet und wir gingen zusammen wieder zurück . Er gab mich in dem Raum mit den vielen Fenstern wieder an die Schwestern ab. Da saß ich nun. An einem großen Tisch, in einem relativ großen Raum mit zu vielen Menschen um mich herum. Es war kaum auszuhalten. Dort verbrachte ich 5 Wochen. 5 Wochen die scheinbar nie vergehen wollten. Ich kann mich an fast nichts mehr erinnern. Ich weis, dass ich fast jeden Abend mit meiner Mutter telefoniert habe. Sie war sogar einmal da. Ist extra so weit gefahren, hat sich dort ein Hotelzimmer genommen, um mich zu besuchen. Doch selbst davon weis ich nichts mehr. Ich weis nur noch, dass es die schlimmste Erfahrung war die ich bisher gemacht habe. Und ich frage mich hin und wieder, woher ich die Kraft genommen habe, diese Zeit zu überstehen. Es war so oft unerträglich. Ich habe keine Ahnung wie der Alltag da aussah. Ich kann mich an höchstens zwei meiner Mitpatienten halbwegs erinnern. Das Einzige woran ich mich erinnere sind die Emotionen. Aber auch nur an manche. Auch vor dieser Erfahrung habe ich schon viel Negatives erlebt, aber ich kann aus Allem etwas positives ziehen. Nur nicht aus diesen 5 Wochen. 5 Wochen die in meinem Kopf scheinbar mehr kaputt gemacht haben als der Grund weshalb ich da gelandet bin.
In dieser absolut schrecklichen und abstrakten Zeit war ich 16 Jahre alt.


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angelface schrieb am 29.11.2015 - 07:53 Uhr

auch ein zweiter und dritter Versuch schadet nicht seine Anfragen in Erinnerung zu bringen. Die Seite steht still, und wird anscheinend weder aktualisiert noch bearbeitet; schade, denn sie ist nach wie vor schön und unterhaltsam, noch besser wäre es allerdings wenn sich einer darum kümmern würde dass e-mal Adressen und Homepageangaben aktualisiert würden. Darf ich freundlich und nett daran erinnern dies auch auf meiner seite hier zu tun...? Liebe Grüße in den luftleeren Raum, Angelface


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topper98 schrieb am 11.10.2015 - 18:32 Uhr

Hallo Leute,

hier scheint es ja einige gute Texte zu geben. Schade, dass nichts aktuelles mehr rein kommt. Schaut mal auf meiner Seite vorbei. Dort gibt es alle möglichen Geschichten und Anekdoten und man kann auch eigene Texte veröffentlichen.


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Christina schrieb am 06.09.2015 - 05:19 Uhr

Liebe Silvia!
Gestern wollte ich erstmals wieder Deine Musenstübchen besuchen und musste feststellen, dass es nicht mehr vorhanden ist. Über Google fand ich Dich. Ist das hier Deine neue HP? Nun zieht schon der Herbst ein. So schnell vergeht ein Jahr. Liebe Grüße sendet Dir Christina


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ElfieNadolny schrieb am 23.05.2015 - 08:20 Uhr

Liebe Silvia,

ich wünsche dir und deinen Lieben ein schönes Pfingstfest. Elfie


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Angelina Ulfig schrieb am 17.01.2015 - 22:55 Uhr

Hallo Smilie Ich schreibe Geschichten auf Instagram @_this.is.wonderland_ .. Wer Lust hat kann ja mal vorbeischauen .


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Andrea schrieb am 04.10.2014 - 15:41 Uhr

Ich suche schon seit Längerem eine Seite, auf der ich vielleicht meine Texte veröffentlichen und mir die Meinung anderer Schreibverrückten anhören könnte Smilie Ich habe noch nie ein Buch geschrieben, geschweige denn irgendeine Art von Geschichte irgendwo veröffentlicht, aber ich denke, dass es langsam Zeit wird, endlich diesen Schritt zu wagen. Außenstehende können die Geschichten sicher besser beurteilen als meine Freunde Smilie Also, vielleicht hört ihr in nicht allzu geraumer Zeit mal etwas von mir! Bis bald Smilie
P.S.: Ich finde diese Seite hier richtig super Smilie


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BertholdBrecht schrieb am 23.06.2014 - 12:38 Uhr

Hey,

ich habe im Internet zufaellig über diesen Contest gelesen. Ist zwar eigentlich Werbung für eine App, aber vllt ist das fuer einen jungen Autoren/in interessant, wenn man da sein eigenes Hoerbuch gewinnen kann. Also ich schicke meine Texte hin!

Liebe Grueße
Berthold Brecht

Dein Wort in meinem Ohr
Zum Launch der App Beeblio ruft Deezer Euch zum Textwettbewerb Dein Wort in meinem Ohr auf!
Ab sofort koennt Ihr auf Deezer nicht nur Eure Lieblingsmusik hoeren, sondern Euch mit der Beeblio App auch von Krimis fesseln lassen, den großen Klassikern der Literatur lauschen oder Euch ganz nebenbei praktisches Wissen aneignen.

Euer eigenes Audio Book koenntet Ihr bald auch in der Bibliothek von Beeblio entdecken. Wie das? Ganz einfach: Macht kostenlos mit und gewinnt die Veroeffentlichung Eures Texts als Audio Book!

Das Motto lautet Dein Wort in meinem Ohr. Das koennen all die Worte sein, die Ihr Euch tief in die Hirnrinde kratzt oder weich an einen sicheren Ort in Eurem Herzen bettet. Eure hitzigsten Sommerzeilen, Eure stürmischsten Gedanken und Töne, die man sich alleine oder jemand anderem unter der Decke ins Ohr legt.

Hier koennt Ihr uns Eure Worte ins Ohr legen: http://deezer.k2k2.de/


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Andreas von Wertheim schrieb am 19.02.2014 - 03:06 Uhr

Hallo :-)

Ich bin durch Zufall auf die Website gestoßen, und wollte es nicht versäumen, meine Bewunderung zum Ausdruck zu bringen. Tolle Seite. Gefällt mir sehr. Ich werde bestimmt öfter hier vorbei schauen.

Liebe Grüße,
Andreas von Wertheim


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Andreas Mettler schrieb am 05.02.2014 - 18:59 Uhr

Hallo Junge Autoren!

Ich finde es sehr inspirierend durch Eure Website zu blättern. Hat mir viel Spaß gemacht.

Grüße von einem nicht mehr ganz so jungen Autor
Andreas Mettler


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